Memorial Park Housen

03.02.1948 - Bech-Kleinmacher

Todesursache: Granate

BECH-KLEINMACHER: Ein grässliches Unglück ereignete sich gestern Nachmittag gegen 4 Uhr in unserer Ortschaft. Durch eine heftige Detonation und kurz darauf einsetzende Hilferufe hinter dem Hause des Herrn Nik. Greiveldinger, Präsident der Kellereigenossenschaft Bech-KIeinmacher alarmiert, liefen die Nachbarn. Als Erster der hiesige Gastwirt Kleman Camille, an die Unfallstelle. Er nahm sich des am meisten Verletzten, dem 10- jährigen Sohne des Herrn Greiveldinger, dem beide Beine und der linke Arm buchstäblich vom Leibe gerissen waren, an und trug ihn in die elterliche Wohnung, wo Roger Greiveldinger kurz darnach verschied. Die beiden anderen Schwerverletzten, Quiring André und Josy Frantzen aus Bech, wurden nach Luxemburg in die Klinik übergeführt. Ihre Verletzungen sind derart, dass an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ein 4. Kind, Adams J. aus Bech erlitt wohl auch grässliche Beinwunden, die indes nicht lebensgefährlich sind. Der 9-jährige Fero Leo, als Zeuge, konnte unserm Korrespondenten lediglich nur folgende Erklärungen geben: Mit meinen Kameraden im Spielen begriffen, hatten wir uns zu drei wegen des einsetzenden Regens von unseren Kameraden getrennt. Aus der Ferne konnte ich sehen, wie Adams weglief, als auch schon die Explosion erfolgte. Was die Ursache war, konnte ich auch nicht bemerken. Das Kind Frantzen ist gestern Abend in der Klinik zu Düdelingen seinen Verletzungen erlegen. Es ist anzunehmen, dass die Explosion durch einen Blindgänger verursacht worden ist. Unbegreiflich kommt jedoch dieser schreckliche Unglücksfall den hiesigen Einwohnern vor, weil während den letzten Jahren immer Verkehr an dieser Stelle war und noch bis in den letzten Wochen das Vieh dort weidete. Es ist daher wie ein Rätsel, dass bis jetzt eine Granate oder eine Waffe auf einer solch verkehrsreichen Straße unentdeckt bleiben konnte. Allgemeines Mitgefühl wendet sich den schwer heimgesuchten Familien zu.

Todesopfer:

cross
FRANZEN Joseph
cross
GREIVELDINGER Roger
Quellenangaben:

Obermosel Zeitung, 04.02.1948

Escher Tageblatt, 04.02.1948

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