Memorial Park Housen

10.01.1946 - Clausen

Todesursache: Granate

Gräßliches Unglück aus Unvorsichtigkeit und Leichtsinn. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr hörte die Frau des Zugführers G. Kuhn eine heftige Detonation. Als sie vor die Tür hinauseilte, bot sich ihr ein schrecklicher Anblick, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, etwa 40 m von ihrem Haus entfernt, in der Nähe der Turnhalle von Stadtgrund, lagen die schrecklich zerfetzten Leichen von vier Jugendlichen, die in der Clausener Gegend wohnen. Es handelt sich um die zwischen 10 und 16 Jahre alten Knaben Stein, Henkes, Hoffmann und Schaack. Daneben lagen die beiden Söhne des Landwirtes Emil Rodenbourg in schwerverletztem Zustand. Unbestätigten Meldungen zufolge soll auf dem Transport noch einer der Brüder Rodenbourg seinen schweren Verletzungen erlegen sein. Die Kinder hatten beim Spiel einen Blindgänger gefunden, an dem sie sich trotz der Warnungen von Passanten zu schaffen machten, bis er explodierte. Die Explosion war so heftig, dass aus der Mauer, an der die Kinder standen, ganze Stücke herausgerissen wurden. Den schwer geprüften Eltern wendet sich allgemeine Anteilnahme zu. 

Todesopfer:

39
HENCKES Michi
40
HOFFMANN Juko
41
RODENBOURG Josy
42
SCHAACK Viky
43
STEIN Jean-Pierre
Quellenangaben:

Escher Tageblatt, 11.01.1946

Luxemburger Wort, 11.01.1946

Obermosel-Zeitung, 11.01.1946

Collection Waltzing Albert, Useldange

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