Memorial Park Housen

23.09.1941 - Düdelingen

Todesursache: Granate

Düdelingen. Die hiesige Schutzpolizei teilt folgendes mit: Seit Beendigung des Krieges suchen Einwohner der Stadt, die im benachbarten Lothringen befindlichen Felder der Maginot-Linie nach scharfer Munition ab. In wiederholten Fällen nahmen manche die vorgefundene Munition mit nach Hause und machten sich an dieser leichtsinnig zu schaffen. Die Folge war daß die Munition sich entzündete und hierdurch Menschen schwer verletzt wurden. Trotzdem die Polizei auf die Gefahren bei dem Hantieren mit scharfer Munition hingewiesen und die Finder aufgefordert hat, die Munition liegen zu lassen und die Fundstelle der Polizeidienststelle mitzuteilen, scheint diese Aufforderung von vielen Menschen nicht beachtet zu werden. Ein junger Düdelinger Einwohner, der den polizeilichen Hinweis ebenfalls außeracht ließ, mußte dadurch sein Leben einbüßen. Der 17jährige Renatus Donges von hier, Bergwerkstraße, der in der Maginot-Linie mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt ist, fand am Samstag auf seiner Arbeitsstelle eine scharfe Granate. Anstatt die Granate unberührt zu lassen, nahm er diese mit nach Hause, wo er sie öffnen wollte. Plötzlich explodierte die Granate und die Splitter drangen Donges in den Unterleib ein. Außerdem wurden ihm die linke Hand und der rechte Arm vollständig abgerissen. Trotz der sehr schweren Verletzungen verblieb der Bedauernswerte bei Bewußtsein und konnte noch sprechen. Donges wurde mit dem Krankenwagen in das hiesige Hüttenspital gebracht, wo er in der darauffolgenden Nacht verschied. Dieser Unglücksfall dürfte allen Einwohnern nochmals zur strengsten Ermahnung dienen. Die Polizei wird Personen, die scharfe Munition vorfinden und aufbewahren, unnachsichtlich zur strafrechtlichen Verantwortung ziehen.

Todesopfer:

cross
DONGES Renatus
Quellenangaben:

Escher Tageblatt, 23.09.1941