Memorial Park Housen

27.04.1951 - Kranzenhof/Hoesdorf

Todesursache: Granate

KRANZENHOF: Ein grässliches Unglück ereignete sich am vergangenen Freitag auf dem benachbarten Kranzenhof. Drei Tage zuvor war dort ein achtzehnjähriger Knecht aus Ettingen, bei Karlsruhe in Dienst getreten. Bei Feldarbeiten fand er am Waldrande eine Granate, welche er aufhob und mit auf den Hof nahm. Als er sich daran zu schaffen machte, um dieselbe zu entladen, und der Bauer mit seinem kleinen Mädchen hinzukam, warnte er den Knecht in eindringlichen Worten, den gefährlichen Sprengkörper aus den Fingern zu legen. Dieser jedoch schlug die Warnung in den Wind, mit der beruhigenden Feststellung, dass die Granate nicht mehr gefährlich sei, da doch der Zünder fehle und er schon aufpassen wolle. Kaum hatte sich der Meister mit dem Kind hundert Schritte, zum Glücke, in entgegengesetzter Richtung entfernt, als eine furchtbare Detonation die ganze Gegend in Aufregung versetzte. Der herbei stürmende Meister fand seinen Knecht als furchtbar verstümmelte Leiche. An den Fenstern, Türen und dem Dachwerk des Gebäudes waren empfindliche Schäden entstanden. Die Viandener Gendarmerie erschien sofort an der Unfallstelle, um die nötigen Erhebungen und Feststellungen vorzunehmen. Die sofort benachrichtigte Familie unternahm im Verein mit den Behörden die erforderlichen Schritte zur Heimbeförderung der Leiche, die am Montagmorgen, in Gegenwart der beiderseitigen Behörden bei Vianden die Grenze passierte, um in der Heimat beerdigt zu werden.

Todesopfer:

cross
UNBEKANNTER Mann
Quellenangaben:

Luxemburger Wort, 02.05.1951

© Collection Mnhm