Copyright Fotos Gemeinde Parc Hosingen
Geführte Besichtigungstouren des Hosinger Wasserturms (je nach Verfügbarkeit der Guides täglich
von 9 bis 16.30 Uhr) sind bei der Gemeinde Parc Hosingen per Tel. 92 13 41-1 oder per Mail an
population@hosingen.lu zu buchen.
Vor der Einrichtung von Wasserleitungen und -behältern bezogen die Hosinger Bürger ihr Wasser hauptsächlich aus Haus- oder Gemeindebrunnen, etwa aus dem Pafeburen, dem Klousterburen oder den Brunnen auf dem Deifert oder in der Kraeizgaass. Für die Wäsche gab es zudem die Waschbrunnen, u.a. in der Wäschbicht oder der Bärzbicht.
Da die Brunnen – auch im Brandfall – dem Bedarf der wachsenden Dörfer mit der Zeit nicht mehr standhalten konnten und oft austrockneten, erfuhr die Anlegung öffentlicher Wasserleitungsnetze ab der Wende zum 20. Jahrhundert großen Aufschwung. Von unschätzbarem Wert für das Ösling war 1929 die Gründung des “Syndicat de la Distribution d’Eau des Ardennes” (DEA), an dessen Leitungsnetz auch Hosingen schon 1930 Anschluss fand.
Zu diesem Zweck wurde 1930/31 die Errichtung des Hosinger Wasserturms in Angriff genommen, der mit seinen 33 Metern Höhe und seinem Fassungsvermögen von 100 m3 ein majestätisches Bauwerk darstellte. Von diesem Speicher aus wurde das Wasser über eine Hydrantenleitung ins Dorf geführt und verteilt.
Der Wasserturm war aber auch von Beginn an eine wahrhaftige Sehenswürdigkeit. Im Erdgeschoss konnte man die großen Saug- und Druckpumpen bewundern, ehe es 138 Stiegen – begleitet vom Rauschen des Wassers – über die Wendeltreppe bis zu einer Aussichtsplattform hinaufging. “Das Wasserschloss im obern Dorfe, das im Bau wohl einzig im Lande dasteht, hat eine bequem zu erreichende Plattform, von welcher die Touristen eine wundervolle Aussicht bis zur Schnee-Eifel u. Arlon hin haben”, heißt es etwa in einer Festbroschüre der Hosinger Feuerwehr aus dem Jahre 1936.
Gerade diese Rolle als vortrefflicher Ausguck sollte dem Turm kaum zehn Jahre nach seiner Errichtung aber auch zum Verhängnis werden: In der Rundstedt-Offensive (1944-45) wurde der steinerne Riese von deutschen Truppen auf dem Rückzug gesprengt, damit er den Amerikanern nicht mehr als Spähturm nutzen konnte.
Nach dem Krieg leiteten die Gemeinde und die DEA 1947 die Bemühungen zur Neuerrichtung des Wasserturms ein. Nach Einholung aller Genehmigungen konnten die von der Straßenbauverwaltung erstellten Pläne für den Bau eines neuen Turms mit einer Höhe von 30,15 Metern und einem Fassungsvermögen von 100 m3 schließlich im Februar 1950 vom Gemeinderat bewilligt werden. Im Mai 1952 wurde das Projekt mit der Bewillligung der Endrechnung in Höhe von 1.172.734,85 Franken (rund 29.500 Euro) definitiv abgeschlossen werden, von denen 460.380,05 Fr. von der Gemeinde und 712.354,80 Fr. vom Ministerium für den Wiederaufbau getragen wurden.
Seit 2025 ist der immer noch aktiv als Wasserreservoir genutzte Turm Teil des Projekts “Memorial Parc Housen” und beherbergt eine Ausstellung zur Kriegsgeschichte Hosingens und zur Rolle des Wasserturms in den Wirren der Ardennenoffensive.

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